Im alten China gebrauchte man Glöckchen als Geld. In der Periode zwischen dem. 16.Jh. und dem 11. Jh. a. Chr. spielten Muscheln von Kauris die Rolle des Geldes, sie wurden von südlichen Meeren mitgebracht. Um die Wende von II-I Jahrtausenden vor unserer Zeitrechnung verbreiteten sich ihre Kopien aus Bronze, das war das erste Hartgeld in China. Später erlernte man Gießen des Bronzegeldes, das wie kleine Platten aussah.


Die Glocke gehört zu den ältesten Musikinstrumenten der Welt. Unzweifelhaft haben Glocken ihre eigenen Besonderheiten in verschiedenen Ländern. Das bestätigt das russische Wort “kolokol”. Seine Etimologie geht auf das altindische Wort “kalakalas” zurück; das bedeutet “Lärm”, “Schreie”. In der griechischen Sprache bedeutet das Wort “kaleo” “Ruf”. Die alten Latiner sagten “kalare”, was “ zusammenrufen” bedeutete.


Der Glockenschall schafft immer das Fühlen der magischen Kraft, der Zauberei und der Geheimnissvolle. Dieser Eindruck wird weniger durch den Glockenschlag als durch sein Getöse hervorgerufen. Die Glocken, die eine bestimmte Rolle in der russischen Geschichte spielten, boten Anlass zu vielen schönen Legenden.

 
 
Aus den alten Zeiten
Sogar Gelehrte wissen nicht genau,auf welche Weise der westeuropäische Brauch des Glockenläutens in die Rus kam. Manche denken, dass die westlichen Slawen die Rolle der Vermittler in der Verbreitung der Glocken in der Rus spielten, andere meinen, dass russische Glockenkunst von den baltischen Deutschen übernommen wurde.


Die altertümliche slawische Tradition des Glockengeläutes geht in die Vergangenheit zurück. Der arabische Schriftsteller Al Masudi schrieb in einem seiner Werke in der Mitte des 10. Jahrhunderts: “ Die Slawen teilen sich in viele Völker , mehrere von ihnen sind Christen. Sie haben viele Städte sowie Kirchen, wo sie Glocken hängen. Sie schlagen auf die Glocken mit einem Hammer so, wie die Christen bei uns mit einem Schlegel auf das Brett schlagen.”


Es gibt wesentliche Unterschiede in der Art und Weise des Läutens im Westen und in Russland. Der Klöppel ist der wichtigste Teil einer Glocke; das Läuten wurde eben mithilfe von Schlägen des Klöppels auf die Kupel der Glocke erzeugt. Es muss gekennzeichnet werden, dass nur diese Methode verschiedene komplizierte rhythmische Gefälle bildet. Die westliche Tradition benutzte die gegensätzliche Methode: das Glockenläuten wurde durch das Pendeln der Kupel erzeugt, die sich an dem Klöppel stieß. Solche passive Lage des Klöppels im Verhaltnis zu dem Rumpf der Glocke bestimmt den einzigartigen Charakter des Läutens der westlichen Glocken. Dabei hört man nur Modulationen der Klangfarbe ohne jene große Macht, die für unsere russischen Glocken eigen ist. Mit den Schlägen des Klöppels auf den Rumpf werden starke, hervorragende, durchdringende Klänge, Melodien, Harmonien und Rhythmen erzeugt. Die Mannigfaltigkeit des Geläutes kleiner Glocken verleihen dem ganzen Klang ein besonderes festliches, begeisterndes Kolorit. Insbesondere war das für die Barockepoche in dem 17.-18. Jh. charakteristisch.


Es ist schwer zu sagen, warum eben diese Methode des Läutens in der Rus gebraucht wurde. Aber einer der Vorteile dieser Methode besteht darin, dass Pendeln des Klöppels keinen solchen ausgeprägten zerstörenden Effekt auf den Turm macht, wo die Glocke hängt, was den Menschen ermöglicht, größere Glocken zu gießen und aufzuhängen. Das Nachfolgen der westlichen Tradition im Mittelalter führte dazu, dass man in der Rus auch den Klang durch das Pendeln des Glockenrumpfes erzeugte. Die Glocke gehört zu den ältesten Musikinstrumenten der Welt. Unzweifelhaft haben Glocken ihre eigenen Besonderheiten in verschiedenen Ländern. Das bestätigt das russische Wort “kolokol”. Seine Etimologie geht auf das altindische Wort “kalakalas” zurück; das bedeutet “Lärm”, “Schreie”. In der griechischen Sprache bedeutet “kaleo” “Ruf”. Die alten Latiner sagten “kalare”, was “ zusammenrufen” bedeutete. Wenn wir das alles verallgemeinern, bekommen wir die erste Funktion der Glocke- Einberufung und Verkündigung.


Man kann denken, dass Glocken zusammen mit dem Christentum in der Rus entstanden. Aber diese Bestätigung ist nicht ganz richtig. Auf dem großen Territorium Russlands findet man oft kleine Glöckchen in den Ausgrabungen der ältesten Siedlungen. Archeologen graben sie aus alten Gräbern und Hunengräbern aus. Sie zeugen davon, dass die Slawen kleine Glöckchen in Ihrem Alltag noch vor dem Cristentum gebrauchten, aber Gelehrte können nur vermuten, welche Zweckbestimmung sie hatten. Nach der einen Vermutung, die von N. Findejsen ausgesprochen wurde, waren die Glöckchen die ersten Attribute des gottesdienstlichen Kultes, der dem Kult der heutigen Schamanen ähnlich ist.


In Ausgrabungen eines Grabes nicht weit von Nikopol wurden 42 Bronzeglöckchen gefunden. Bei manchen von ihnen blieben Teile der Klöppel und Ketten erhalten, mit denen die Glöckchen auf die Kleidung aufgehängt waren. Die gefundenen Glöckchen haben unterschiedliche Formen, manche haben Schlitzen im Rumpf. Archeologen finden solche Glöckchen überall, sogar in Sibirien.