Im alten China gebrauchte man Glöckchen als Geld. In der Periode zwischen dem. 16.Jh. und dem 11. Jh. a. Chr. spielten Muscheln von Kauris die Rolle des Geldes, sie wurden von südlichen Meeren mitgebracht. Um die Wende von II-I Jahrtausenden vor unserer Zeitrechnung verbreiteten sich ihre Kopien aus Bronze, das war das erste Hartgeld in China. Später erlernte man Gießen des Bronzegeldes, das wie kleine Platten aussah.


Die Glocke gehört zu den ältesten Musikinstrumenten der Welt. Unzweifelhaft haben Glocken ihre eigenen Besonderheiten in verschiedenen Ländern. Das bestätigt das russische Wort “kolokol”. Seine Etimologie geht auf das altindische Wort “kalakalas” zurück; das bedeutet “Lärm”, “Schreie”. In der griechischen Sprache bedeutet das Wort “kaleo” “Ruf”. Die alten Latiner sagten “kalare”, was “ zusammenrufen” bedeutete.


Der Glockenschall schafft immer das Fühlen der magischen Kraft, der Zauberei und der Geheimnissvolle. Dieser Eindruck wird weniger durch den Glockenschlag als durch sein Getöse hervorgerufen. Die Glocken, die eine bestimmte Rolle in der russischen Geschichte spielten, boten Anlass zu vielen schönen Legenden.

 
 
Die Kunst des Gießens
Es ist kein Geheimnis, dass Glocken in der Rus seit langem bekannt sind. In den Annalen gibt es Erwähnungen über das Glockengießen, Ausbesserungen der Glocken und über große Brände, während deren Glockenkupfer wie Teer verschmolzen wurde.Das alles ist ein gravierendes Zeugnis von der großen Bedeutung der Glocken in der alten Rus. Heutzutage kennen wir die Namen vieler Meister des Gießens, die auf der Oberfläche der Glocken eingraviert sind. Die Annalenbücher des 16. Jahrhunderts von Novgorod enthalten auch Information über Glöckner jener Zeit. Das Zarenbuch demonstriert ein schönes Miniaturbild , das Gießen einer Glocke, nämlich den kompliziertesten Moment des Gießens, eben den Einguß des Metalls in die Form schildert. Im Vordergrund sieht man 2 Rinnen, durch die flüssiges Metall fließt, im Hintergrund stellte der Maler eine fertige Glocke mit einem Glöckner dar, der die Glocke zieht. Jeder Gießer hat seine eigenen Geheimnisse. Der Meister muss die schwerste Verfahrenstechnik kennen, mathematische Proportionen einhalten und genaue Bestandteile des Metalls kennen, damit die Glocke gut läuten würde.


Es liegt klar auf der Hand, dass man dabei ohne wissenschaftliche Kenntnisse nicht auskommt. Der erste Mann, der die Glocke vom technischen Standpunkt aus betrachtete, war der Oberpriester von Rostov Aristarch Aleksandrovitsch Israilev. Sein Nachfolger, ein guter Kenner der Glocken und der Kunst des Glockengießens N. Olovianishnikov bestätigt, dass sich der Oberpriester in seinen Ausarbeitungen und Berechnungen nach den praktischen Losungen der anderen russischen Meister richtete, indem er das wissenschaftliche Schema des Glockenprofils sowie Schalltheorie schuf. Man kann sagen, dass er der erste Mann war, der den russischen Gießern die Möglichkeit gab, die Glocke wie ein Musikinstrument zu betrachten, er machte sie mit der Schalltheorie bekannt, von der sie wegen des Mangels an Ausbildung keine Vorstellung hatten. Es muss gekennzeichnet werden, dass der Oberpriester Israilev eigentlich nichts Neues in die Ausarbeitung des Glockenprofils hineingebracht hatte. Er erreichte Ausgewogenheit des Läutens und Lautregelmäßigkeit nur durch das Abschleifen der Glocke, was eine mühevolle Kleinarbeit war, mit der man nicht immer das Ziel erreichte.


Worin besteht jedoch das große Geheimnis dieses eigenartigen, magnetischen fast magischen Glockengeläutes? Wie ist der physiologische Grund für diesen starken Einfluss auf den Menschen, der sich von der Wirkung der anderen Musikinstrumente unterscheidet? Auf diese Fragen gibt es keine direkte und vollständige Antwort. Manche Untersucher denken, dass man das mit seinen einzigartigen akustischen Beschaffenheiten erklären kann.


Der Hauptunterschied der Glocke von anderen Musikinstrumenten besteht darin, dass partielle Töne der Glocke keine harmonische Aufeinanderfolge der Laute wie die anderen Instrumente geben, sie geben umgekehrt ihre eigene Aufeinanderfolge. Diese partiellen Tone sind naturgemäß, während die partiellen Tone der anderen Instrumente temperiert sind, d.h. sie entsprechen der zeitlichen Skala. Deswegen unterscheidet sich die Frequenz der Beiklange der Glocke von der Frequenz der entsprechenden Noten der zeitlichen Skala. Alle partiellen Tone sind notwendig für das Schaffen der wohlklingenden reichen Tönung jegliches Glockengeläutes. Wenn sogar manche Töne unhörbar und manche anharmonisch sind, kann kein einziger Ton ohne völlige Veränderung des Timbres entfernt werden. Ein richtiger Meister verfügt immer uber das Geheimnis der Bestandteile der Glockenbronze, denn das Metall ist nicht weniger bedeutend für das Glockentönen als die Form. Der gemeine Name der Glockenbronze bedeutet mehrere Zusammensetzungen von Kupfer und Zinn, wobei das erste Metall vorherrschend ist. Kupfer und Zinn können in verschiedenen Proportionen sein, aber für das Gießen der hochwertigen Glocken verwendet man nur bestimmte Legierungen.


Außer den Grundbestandteilen von Kupfer und Zinn kann man immer Fremdstoffe im Bronzeguß finden, sie entstehen entweder wegen der ungenügenden Reinigung der Rohstoffe für das Wiedereinschmelzen oder sie werden in die Legierung extra eingeführt, um ihr besondere Beschaffenheiten zu verleihen. Als Fremdstoffe können Eisen, Mangan, Nickel, Zink, Phosphor, Arsen, Schwefel und Antimon vorhanden sein. Die annähernde Korellation der Elemente in Glockenbronze bilden 80 Teile von Kupfer und 20 Teile von Zinn. Dabei werden hohe Forderungen an Glockenbronze gestellt. Glockenbronze muss voll und klar beim Schlag tönen und auch wesentliche Festigkeit und Elastizität haben. Hochwertige Glockenbronze muss sich durch dichten grau-weißen feinkörnigen Bruch auszeichnen.


Es muss gekennzeichnet werden, dass Geheimnisse der Herstellung der Bronze sorgfältig von Gießern aufbewahrt und nur besten Lehrlingen übergeben wurden. Heute versuchen wir den Vorbildern des Glockengießens bei der Arbeit mit modernen Bestellungen folgen.